Montag, 10. Oktober 2011

Dienstag, 4. Oktober 2011 – Samstag, 8. Oktober 2011 – Motto der Woche: Métro, Boulot, Dodo. (Métro, Job, Nickerchen.)

Okay, ich werde mich kurz fassen. Ich werde, werde, werde, werde, werde mich kurz fassen. Also, kleine Erklärung zu dem Motto: Das ist eine leicht ironisch angehauchte Umschreibung der Pariser Lebensweise – mit der Métro zur Arbeit und Schlaf auf dem Rückweg. So in etwa habe ich mich dann gefühlt – nach der Bibo ging gaaaar nichts mehr :DDD



Also, ich stelle einfach mal meine Kollegen weiter vor, das ist ein Anfang.

Nathalie kennt ihr.

Bernadette kennt ihr.

Myriam kennt ihr.

Agnes kennt ihr.

Allain kennt ihr NICHT. *in mich hinein grins*

Allain ist in etwa die etwas weniger muskulöse und etwas weniger braungebrannte Ausgabe des Hugo-Boss-Männerparfüm-Models (tolles Wort, oder?^^). Er ist vor 10 Wochen (glaub ich? Sowas in der Drehe) Vater geworden.

Er schreibt und mit ihm habe ich mich, nach Nathalie, zum ersten Mal richtig unterhalten. Er war es auch, mit dem ich am Freitag… *hust* Dazu später mehr. Er arbeitet im Erwachsenensektor und ist verantwortlich für die BDs und (vielleicht) auch für die DVDs, aber da bin ich mir nicht sicher – das könnte auch Thomas‘ Feld sein. Obwohl… Ja, also, Allain organisiert auch verschiedene Filmausschnittsvorführungen, also werden DVDs schon auch sein Gebiet sein^^

Dann gibt es noch erwähnten Thomas. Er dürfte Mitte bis Ende dreißig sein, hat noch keine grauen Haare, ist vom Typ her arabisch, etwas stämmiger und läuft tatsächlich mit Locken rum *_* Ich finds toll :DD (also, nicht wirklich lange Haare, aber schon so, dass man die niedlichen Löckchen sehen kann^^) Er ist sympathisch, aber auf jeden Fall zu schnell für mich, und ich hab ihn nur einen Tag getroffen. Das war am Samstag, da war ich morgens nicht da (da MUSS ich zumindest ein bisschen ins Detail gehen^^) und saß nachmittags hinterm Schreibtisch, voll eingespannt in den Betrieb, was an dem Tag auch wirklich besser so war, denn es hatte enormer Betrieb geherrscht, ständig wurde irgendwas abgegeben oder die Leute haben irgendwas gesucht. So konnte Allain derweile aufräumen und wir haben sogar das Einlesen der neuen Bücher geschafft :DD *stolz sei* (Damit wäre dieser Tag auch fast abgehandelt *hust* :D)

Fatiya, die gibt es ja auch noch! Sie ist das rauchfreie, leicht arabisierte Abbild Agnès‘ mit Locken, ich hatte mit keiner von beiden sonderlich viel zu tun. Ich weiß nur, dass sie für den Computerraum der Kinderbibo zuständig ist.

Dann gibt es noch 2 andere, aaaaber die stelle ich euch nochmal vor, wenn es um den Mittwoch geht, DA gibt es nämlich was zu erzählen *g*.



Gehen wir mal weiter, der Reihe nach, das kann nie schaden. Also, Dienstag verlief ziemlich ereignislos (Aua -.- Ich schreibe auf der Couch und irgendwie bekomme ich es nicht auf die Reihe, so zu tippen, dass ich mir nicht selbst die Hand abknicke – ich bin doof ich weiß -.-    *zurück zum Thema*), abgesehen davon, dass ich den Sprachschock schlechthin erlitten habe: ESSEN ZU SECHST. Dabei waren Nathalie, Bernadette, Allain, die zwei Mittwochskolleginnen und ich. Ich habe kein Wort mehr verstanden, nachdem sie aufgehört haben, sich darüber lustig zu machen, dass Allain neue Schuhe hatte und deshalb gehumpelt ist :DDD

Ich hab in der Kinderbibo zum ersten Mal… Stopp! Ihr wisst immer noch nicht, wie das dort genau ist!!! Aber es soll kurz bleiben… Okay, ich bin diplomatisch. Zwischen dem Abschnitt für Kinder und Erwachsene, also zwischen zwei getrennten Räumen, liegt eine Halle (das hab ich am Anfang gaaar nicht verstanden – Myriam hat „hall(e)“ gesagt und das englisch betont, so gut das Franzosen eben könnten – heraus kam „‘ool“ oder so o.O) für verschiedene Ausstellungen, im Moment hängen Fotos an den Wänden.

In der Kinderbibo durfte ich also zum ersten Mal piepsen, die haben da solche Dinger wie in den Einkaufszentren, um Strichcodes abzupiepsen (die eben auch auf den Büchern sind^^). Das ist eigentlich gar nicht sooo schlecht, diese Arbeit, erst recht nicht bei den Erwachsenen^^ Fragt mich aber bitte nicht mehr, an welchem Tag das war :D



Okay, Mittwoch. Daaa habe ich mit Marie und namenlos (ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern… Ich glaube, sie heißt Edith. Nennen wir sie einfach Edith, ist ja jetzt auch egal :DD) zusammengearbeitet – mehr oder weniger. Das bestand vor allem darin, dass die beiden eine Veranstaltung (animation) für die wahren Winzlinge der französischen Nation veranstaltet haben und ich dabei saß, zugeschaut habe und stolz war, die Kleinkindbücher zu verstehen, wenn auch oft nur mithilfe der Bilder :DDD Danach… Das war komisch. Drei verschiedene Kinder, alle drei kleine Mädchen, haben mir ständig Bücher gebracht, sobald sie gehört haben, dass ich sie nicht verstehe, ich saß dann mit nem Stapel Bücher auf dem Schoß und um mich herum verteilt da und hab mich doof gefühlt o.O

Jaaa, das war eigentlich das wichtigste am Mittwoch^^ Donnerstag… Auch nicht besonders, mal abgesehen davon dass ich einen geeeeeeeeenialen Croq’Monsieur gegessen habe *schwärm* Aber das hier soll ja kurz werden, also breche ich lieber gleich ab *hust*.

Aaaam Freitag gibt es wieder etwas zu berichten :D

Und zwar: Allain und ich. (*grins* Ich stelle mir gerade vor, was ihr jetzt vielleicht denken könntet und muss heeeeftig lachen :DD) Wir zwei sind BDs einkaufen gekommen. BD ist gelebte Comic-Kultur, nur teilweise qualitativ hochwertiger^^ Ein BD ist meist etwas größer als A4, nicht allzu dick und mit Hardcover versehen. Geschichten gibt es über alles mögliche, Stile gibt es alle mögliche, da nimmt es sich nichts^^ Einziger wirklich großer Unterschied: Die Franzosen lieben sie, der Rest der Welt kennt sie nicht mal als etwas eigenes.

Es war eigentlich ganz interessant, ich hab ein Buch gesehen, das hätte ich mir sogar geholt, wäre es nicht so teuer gewesen (auch wenn es kein BD war *hust*): Magnitude 9, eine Sammlung von Bildern bekannter Künstler und Leuten, die ihre Werke online stellen zum Thema Katastrophenansammlung in Japan – nur dummerweise für 30 €. Nicht umsetzbar =(

Es waren noch etliche andere Sachen dabei, aber meine Sprachchaossuppe ist endgültig übergelaufen, als ich gleichzeitig Allain und der Präsentatorin vom Buchladen zuhören und in einem BD stöbern wollte :DDD

Joa… Ansonsten nichts nennenswertes, außer dem Sonntag, der hat sich nochmal nen eigenen Post verdient. Und den gibt es morgen (heute Abend? Morgen Abend? Fragt WiFi nicht mich -.- Oh großer, herrlicher, heiliger WiFi…. Nichts? Keine Antwort? Du bist doof, an dich glaub ich nicht mehr. [Der kleine, sinnlose Exkurs musste dann doch sein, so zum Abschluss :D]).

Samstag, 8. Oktober 2011

Dienstag, 4. Oktober 2011, Motto des Tages: „Au boulot!“ (An die Arbeit!)

Ich habe keine Ahnung, wie ich anfangen soll, also beschreibe ich einfach mal, was gerade so passiert.

Ich esse Cookies.

Mein Netz spinnt hin und wieder rum, da ich nicht im Wohnzimmer sitzen will unter der Bewachung meiner Gastmutter, die alle 5 Minuten fragt, was „sa grande“ (ihre Große – so nennt sie seit Montag abend -.-) macht.

Es ist kühl, aber nicht kalt.

Mein Arbeitstag war anstrengend, aber interessant. Womit wir beim Thema wären. (Darf ich jetzt mal stolz auf mich sein?)



[Bevor es richtig losgeht noch eine kleine Anmerkung: JA, ich hänge hinterher – die ersten Tage waren einfach n ur verdammt anstrengend, ich hab es einfach nicht auf die Reihe bekommen. Ich versuche wirklich, so schnell wie möglich nachzuholen, ich versprech’s! Für Nebenereignisse und –anmerkungen garantiere ich nicht, es kann gut sein, dass ich da ein oder zwei Tage durcheinanderhaue, aber das ist bei den entsprechenden Sachen dann auch nicht so wichtig, das kann ich euch versprechen ;) Genug dazwischengelabert, jetzt geht es wirklich los :DD]



Aaaalso, ich arbeite in der „Bibliothèque Municipale du première arrondissement“, der Hauptbibliothek des 1. Viertels. (Ja, die Franzosen nummerieren ihre administrativen Stadtviertel, aber das dürfte für kaum jemand eine Überraschung sein, oder ?^^) Also, ich bin ganz im Zentrum in einem Multikultiviertel – und das ist nicht nur so dahin gesagt, das ist wirklich eins. Das hat mir eine der Bibliothekarinnen erzählt und ich habe es auch selber schon gesehen – in welchem Viertel hat man schon Asiaten, Dunkelhäutige, Weiße auf einem Fleck, von denen zusätzlich noch die verschiedensten Klamottenstile aufeinandertreffen – die typischen, weiten Afrikanerkleider neben jüdischen Bärten und Mützchen neben Designerklamotten neben Country-Stil neben teurem Designer neben Kopftuch neben was-auch-immer. Überhaupt habe ich eine ausgesprochen interessante Beobachtung gemacht: Wurstscheiben-Frauen mögen keine Halbschuhe. (Ja, ich finde das WIRKLICH interessant weil kurios :D) Seit ich hier bin, habe ich eigentlich nur Sandalen, Flip-Flops, Ballerinas und was-weiß-ich gesehen, aber nur 2- oder 3-Mal Halbschuhe, Sneaker, Converse, irgendsowas… Was schließen wir daraus? Ein kleines Stück Haute Couture muss immer sein, und wenn’s nur an den Füßen ist :D

Wo ich schonmal vom eigentlichen Thema abgewichen bin, kann ich auch gleich dabei bleiben. Essen. RESTAURANTS. Die französische Restaurant-Kultur ist etwas, das Deutschland wirklich fehlt. Da bekommt man eine ordentliche Portion leckeres Essen PLUS Vorspeise in Form von Salat oder Suppe PLUS Dessert oder Käse und/oder einen Kaffee zum Nachspülen für 7-12,50 €. Und Wasser gibt es kostenlos unbegrenzt und sauber dazu. Ich meine – damit kommt man in Deutschland nicht mal auf ein Hauptgericht :D

Natürlich ist das dann keine 5-Sterne-Küche, aber ich vermisse das trotzdem. Gäbe es solche Preise mit der Qualität der meisten Franzosen, die überleben (das tun die miesen nicht^^) mit eigenem Restaurant, würden auch viel mehr Leute essen gehen. Und es schmeeeeeckt dann auch noch so himmlisch… Abends wird es dann auch schon wieder teurer, aber trotzdem. Nicht sooo viel teurer.

Am ersten Tag z.B. wurde ich von einer Kollegin spontan zum Mittagessen eingeladen. Ganz in der Nähe der Bibo, ein paar Schritte nur, gibt es einen kleinen Platz, an dem ein kleines Restaurant liegt, an dessen Name ich mich nicht mehr erinnere. Irgendwas mit „Café“, in den englischen Ländern auch wegen ebendiesem guten Kaffee anerkannt und heiß geliebt – ein Ort, an dem die Sprachküche überkocht, im positiven Sinn, auch wenn es meine Sinne ganz schön durcheinander gebracht hat.^^

Das Lokal ist vegetarisch und hat keine riesige Auswahl, ein paar Sandwichs, den „Plat du jour“, das Tagesgericht, was warmes. Auch hier: Vorspeise mit eingeschlossen, war ein bisschen Olivenbrot (schwarze und grüne Oliven eingebacken, ich nehme stark an, dass die vorher schon getrocknet wurden – ist auf jeden Fall riiiiiiichtig lecker :D), Hauptgericht und Plat du Jour – Quiche mit Zucchini und Knoblach, serviert mit einem Salat (grüne und lilane Salatblätter & Tomaten & irgendwas, das nicht in meinem Wörterbuch war, aber trotzdem lecker :D) und etwas Brot (aber das gibt es da ja immer^^) – und das war soooo lecker *_* - als Dessert dann noch den bekannten Kaffee oder für Leute wie mich, die nur dann Kaffee trinken, wenn sie müssen, weil sie sonst einschlafen, Tee, auch den super Qualität. Das ganze für SIEBEN EURO FÜNFZIG. Ich glaube, wenn ich mal alleine essen muss/sollte und in der Nähe bin, gehe ich wieder dahin. So langsam beginne ich, vegetarische Küche zu schätzen ;)

(Oh Mann, ich hab schon wieder etwas mehr als eine Seite geschrieben, und dabei hab ich noch nicht mal angefangen, über das, was ich in der Bibo mache, zu erzählen :D)

Okay… Zurück zum ersten Tag. Schlau wie ich bin, war ich erstmal ne Stunde zu früh da, ich hatte am Montag nicht darauf geachtet, wie lange ich brauche mit Bus und Metro. Tja… Da stand ich vor verschlossenen Unesco-Weltkulturerbe-Türen, von denen es später auch noch Fotos gibt. Ich habe also eine halbe Stunde lang Touren durch das Viertel gemacht und dabei selbst die Vielfalt festgestellt, die sich nicht zuletzt an der Variabilität der Restaurants messen lässt. (Ihr merkt, ich habe Hunger… *hust* Naja, Abendessen wird bald fertig sein, denke ich, danach komm ich vielleicht nicht mehr immer nur auf das Essen zu sprechen. Das wird auch wieder lecker *schwärm*)

Eine halbe Stunde später stand ich trotzdem wieder da, diesmal vor geöffneten Unesco-Weltkulturerbe-Türen und ge-, aber nicht verschlossenen Glastüren.

Die Bibliothek liegt im ersten Stock, unten ist ein Centre Social, so ein Soziales Zentrum, das kennt man ja aus Deutschland. In Lyon ist das auf jeden Fall ziemlich gefragt, es gehen eigentlich immer Leute rein oder raus, von Kindern bis zu Oldies, hinter denen man das Gefühl hat, zu stehen statt zu laufen.

Ich bin hoch, sehr zögerlich, und habe erstmal drei verschlossene Türen gefunden. Toll. Was nun? An die erste, in der Mitte und die Größte, geklopft. Keine Antwort. War ja schon mal toll. Habe mich dann nach rechts gewandt, zur nächsten Tür. Plötzlich geht es hitner mir los. BÄÄÄÄM!!! Die Tür wurde aufgerissen und ich wurde in einem Französischtempo, das wohl selbst für Einheimische manchmal schwer zu verstehen ist, angesprochen. Bin erstmal zusammengezuckt, was zu Entschuldigungen geführt hat.

Hereingewunken wurde ich derart von Nathalie, von wem auch sonst? (Wie ihr bemerken werdet, sobald ich euch meine Kollegen vorstelle^^) Nathalie ist kleinwüchsig (also, so richtig mit Gendefizit und Kindergrößen und so :D), laut und strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Sie hat rote Haare, die ihr bis knapp über die Hüfte reichen, trägt immer knallroten Lippenstift und dürfte so Mitte 40, Anfang 50 sein – aber ich bin extrem schlecht im Schätzen, vergesst das nicht :D Ach ja: Und sie trägt fast immer bunt gemusterte Kleider mit breiten Trägern, entsprechenden Jacken oder Strumpfhosen (da der Herbst hier ja auch angekommen ist^^), von denen ich sie teilweise im Verdacht habe, Tops gekauft zu haben :D

Sie arbeitet hauptsächlich im Saal für Kinder (die Bibo hat zwei, aber dazu später mehr^^), ist unglaublich herzlich und macht Witze, die selbst ich verstehe, was bei den anderen eher nicht der Fall ist :D Sie ist es auch gewesen, die mich von meiner Rumsitz-Position erlöst und in ein paar Aufgaben eingeführt hat und von der ich zu dem oben schon erwähnten Essen eingeladen wurde (noch gab es nichts hier und heute *hust*).

Also: Ich wurde von Nathalie nach drinnen gewunken, erstmal drei weiteren Kollegen vorgestellt, von denen ich mich nur noch an Agnes‘ Namen erinnere. Agnes ist die Raucherstimme unter meinen Kollegen, wenn auch nicht die einzige Raucherin. Kurzhaarschnitt, leicht gewellt und wirkt chaotisch, aber auf ne sympathische Art, helle Haut, dunkle Augen, lächelt ständig und ehrlich, lacht aber wenig, redet nicht wirklich viel, ist aber ziemlich schlagfertig, soweit ich das beurteilen kann. Organisiert die „Animations“ für Kinder, dazu aber später mehr. (Dieses Wort dürfte auch das Missverständnis des 1. oder 2. Arbeitstags gewesen sein – später mehr, wie gesagt^^)

Dann ist da noch eine blonde, ein wenig füllige, aber nicht fette Dame, sehr herzlich, aber scheinbar hauptsächlich für die Büroarbeit zuständig; ich hab sie kaum zu Gesicht bekommen.

Ich habe meine Tasche auf Anweisung Nathalies in der Küche abgestellt. Das ist aber keine einfache Küche – es ist ein ziemlich großer Raum, rechter Hand an der Wand steht ein Tisch mit einer Mikrowelle, ein Kühlschrank neben der Tür und in der hinteren Ecke gibt es ein Waschbecken. Ein paar Schritte von der Tür entfernt eine Tafelrunde für 4 Ritter – oder eben Bibo-Mitarbeiter. Der Rest ist zugestellt und vollgestopft mit allem möglichen Kram – Regale voll Büchern natürlich, aber auch ein Teppich, verschiedene Aufstelltafeln für verschiedene Themen, die meisten davon comicartig gestaltet, eine Gitarre gaaaaanz weit hinten, wohin man nicht durchkommt, und etlicher anderer Kram, der wohl anderswo einfach im Weg wäre^^ (Ist er dort auch, aber da ist es nicht so wichtig :D).

Ich stand erstmal ein bisschen blöd rum und hab Nathalie und der Blonden dann beim Einräumen der Bücher zugeschaut. Wie ihr ja mittlerweile alle wisst, hat Lyon reichlich Bibliotheken (ja, da hab ich wohl die meisten meiner hiesigen Leser zugejammert *hust*), die alle zusammenarbeiten. Das heißt: Jeden Morgen kommen Kästen an mit Büchern aus der Bibliothèque du 1er, die in anderen Bibos abgegeben wurden. Die müssen sortiert und re-registriert werden, das dauert seine Zeit.

Eine Viertelstunde später habe ich dann meine eigentliche Verantwortliche kennengelernt: Myriam. Vom Auftreten her hätte ich auf den allerersten Blick gesagt, dass sie die jüngste ist, auf den zweiten Blick die zweit- oder drittjüngste. Und damit die Beiträge nicht völlig aus dem Ruder geraten, beende ich das hier erstmal vor dem Essen. :D

… oder auch nicht, nachdem einige Minuten, nachdem ich angemacht habe, und einige Sekunden, bevor ich posten konnte, das Netz nicht mehr so will wie ich. Im Gegenteil, es will GAR nicht mehr. Danke, WiFi, ich finde es ja toll, dass ich hier in der Nähe einen Hotspot habe. Noch toller würde ich es aber finden, wenn das auch noch alles funktionieren würde.

Weder im Wohnzimmer noch hier geht es, das ärgert mich gerade. Jetzt wollte ich euch den so sehr erwarteten und erbettelten (-> Leah :D) Post geben und er lässt mich nicht – so eine Unverschämtheit.

Naja, dann schreibe ich eben weiter. Wo war ich stehengeblieben?

Ach ja, Myriam. Also, Myriam ist gut gebräunt, schlank, klein, aber nicht mal annähernd so klein wie Nathalie, ich bin vielleicht 1,5 Köpfe größer. Ihre dunklen Haare sind etwas länger als schulterlang, sie trägt Mittelscheitel und Pony bis zu den Augenbrauen – es steht hier. Wenn ich ehrlich bin, trägt sie „jugendlichere“ Klamotten als ich :DD

Also, Myriam ist eine ausgesprochen sympathische Person, die sich um die Organisation der gesamten Bibliothek im 1. Arrondissement kümmert. Sie hat mich erstmal auf nen Tee in der schon beschriebenen Küche eingeladen, wir haben uns hingesetzt und gequatscht. Wobei eher sie geredet hat und ich zu tun hatte, ihr zu folgen. Sie hat langsam geredet, ich habe dann auch sehr bald was gesagt deshalb, nach den ersten paar Sätzen (das sich vor allem Nathalie zu Herzen nimmt, ironischerweise :DD Sie und Marie, die auch noch vorgestellt wird^^). Überhaupt stelle ich fest, dass ich mein Französisch grandios überschätzt habe und es immer noch und wieder tue. Ich verhasple mich ständig, denke in drei Sprachen auf einmal, da ich so schlau war, „Alice in Wonderland“ mitzunehmen (ein tolles Buch, nur mal so nebenbei gesagt, nur eben auf Englisch^^). Was zwar zu interessanten Satzkombinationen führt, aber nicht unbedingt praktisch ist. Aber ich verstehe immer besser und immer mehr, außer heute, da…. Stopp. Ich bin grad mal beim ersten Tag, ich muss euch ja nicht gleich noch mehr verwirren, als ich es mit den Massen an in den Raum geschmissenen Namen ohnehin schon tue :DD

Also: Einweisung ins Allgemeine durch Myriam, dann wurde mir gezeigt, wie gegliedert und geräumt wird.

Dabei habe ich dann auch Bernadette getroffen, die steht irgendwo noch über Myriam, dafür hat mein Französisch dann doch nicht gereicht^^

Sie ist die älteste (da bin ich mir sicher – eigentlich), hat eine hellgraue Bobfrisur, liebt Ketten mit großen Anhängern, gerne auch mehrere an einer, in allen möglichen Materialien und einem Kleidungsstil, der gleichzeitig elegant und ökologisch korrekt wirkt (wenn ihr versteht, was ich meine^^). Sie ist immer entspannt, zumindest macht sie den Eindruck, über den Dingen zu stehen, und geht jedes noch so große Problem mit Ruhe an. (Und das funktioniert bei ihr wirklich, habe ich mir sagen lassen.) Sie hat tatsächlich das klischeehafte gehobene-Gesellschaft-Getue an sich, nur dass es bei ihr natürlich statt gekünstelt wirkt. Joa… Dank Bernadette und Véronique (die ich noch nicht kenne) bin ich überhaupt erst an den Job gekommen, wofür ich natürlich sehr dankbar bin…

[Okay. Eigentlich müsste ich jetzt zurück zum Thema kommen, das Restaurant wieder mit einbeziehen, da der Morgen dann schon vorbei war, und von meinem Nachmittag erzählen, aaaaaaaaaber ich bin verdammt müde, also gehe ich jetzt (um 21.44 Uhr am 7. Oktober 2011) ins Bett.

Morgen früh habe ich frei, dann wird der Rest auch noch nachgereicht (oder es wird zumindest versucht :DDD) Also: Gute Nacht Welt! Bis morgen!]

Montag, 3. Oktober 2011

Montag, 3. Oktober 2011, 8.30-14.30 – Motto des Vormittags: On y va! (Los geht’s!; wörtlich: Gehen wir dahin!)

Guten Morgen. *verstohlen gähn*

Ich bin heute geweckt worden – um viertel sieben. Und wovon? Von einer Dusche, ganz wunderbar. Das Bad liegt hellhöriger Wand an hellhöriger Wand mit meinem Zimmer, und so konnte ich das kaum überhören. Ich nehme es niemandem übel, ich weiß ja, dass meine Gastmutter früh arbeiten gehen musste – wann genau habe ich vergessen, ich war gestern nur noch für das Allerwichtigste aufnahmefähig :D Das hat z.B. mit eingeschlossen, dass ich um 8 das Haus verlasse, zusammen mit Agathe (meiner Gastschwester für einen Monat^^), um den Bus in die Stadt zu nehmen. Gesagt, getan – so war ich wenigstens wirklich fertig und bereit für einen Tag Impressionen sammeln und mich von einer wunderbaren Sprache berieseln zu lassen ;)

Mithilfe von Agathe habe ich mir dann noch eine Monatskate für die öffentlichen  Verkehrsmittel zugelegt (25,50 für Tram, Metro und Bus, das ist echt günstig^^) und habe mich dann auf den Weg gemacht.

Seid ihr schonmal morgens über eine Einkaufsstraße geschlendert, während die Geschäfte alle noch zu hatten? Es ist eine interessante Erfahrung, vor allem, wenn man wirklich langsam läuft. Um diese Zeit, mit geschlossenen Läden, kann man die Leute wunderbar aus dem Konzept bringen indem man einfach langsam läuft und sich die Schaufenster anschaut :DD

Aber besser nochmal von vorne. Ich bin an einem Knotenpunkt angekommen, der Haltestelle Perrache, habe dort mein Ticket gekauft. Anstatt die Metro weiter zu nehmen, bin ich zu Fuß über die Rue Victor Hugo, einen der beiden Einkaufsboulevards, ins Zentrum vorgestoßen. Diese Straße kann man sich in etwa so vorstellen: gemusterter Boden, mal Teer, mal Steine, kurze Stücke auch gepflastert, aber das seltener, schön scheckig also. Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, ob dort nun Autos fahren dürfen oder nicht, einige haben es gemacht, aber die können genauso gut zu irgendwelchen Läden gehören. Überhaupt, Lyon und Verkehr ist schon sehr amüsant^^ Auf der Fahrt vom Bahnhof zur Wohnung hat meine Gastmutter ja einige Fast-Unfälle erlebt, nichts wirklich schlimmes, aber für Blechschaden hätte es gereicht – nicht so, dass ihr oder ich beim Auto fahren Angst haben müssen^^ Auf jeden Fall ging nach jedem Ausweichmanöver das Fluchen los – in der Hälfte der Fälle zu recht, in der anderen zu unrecht, es hielt sich in etwa die Waage ;) Überhaupt scheinen die Lyonnais (Ich schreibe hier NICHT Lyoner, mein Kopfkino gaukelt mir dann immer watschelnde Wurstscheiben vor xD) mehr nach dem Auge als nach den Ampeln und/oder den Regeln zu gehen, gewissermaßen die harmlose Version von Bangkok, wenn auch (zumindest nach dem, was ich bisher gesehen habe :DDD) weniger chaotisch^^ Ööööhm… Ja, also, wo war ich stehengeblieben? Ach ja: Victor Hugo, Beschreibung.

Vom Platz her würde ich sagen, die Breite von 2 normalen Fahrbahnen + Gehwege. An dieser Straße lagen vor allem Modegeschäfte, die wird in Lyon ganz groß geschrieben durch die traditionelle Seidenherstellung, dazu später mehr, da stehen einige Sachen auf meiner Liste, die ich mir diesbezüglich anschauen will (und ich will mal sehen, ob ich so einen Schal bekomme, die sind toll :D). Die Häuser scheinen alle schon etwas älter zu sein, aber gut erhalten. Die meisten sind weiß oder beige bis bräunlich, mit relativ großen, vielen Fenstern und schmalen Balkonen mit schwarzen oder eisernen (?), filigran verzierten Geländern, drei- bis vierstöckig. Geschäfte waren eigentlich nur in den unteren Etagen, falls es irgendwo noch weiter nach oben ging, hat man das von außen nicht gesehen. Also: Größtenteils Mode und Essen, überraschenderweise (und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich positiv oder negativ überrascht bin – wahrscheinlich beides^^) kaum etwas von den großen Ketten – ein H&M, ein pimkie, claire’s, Subway, Starbucks, MacDonalds, Ende. Und das schließt auch die zweite große Straße mit ein =)

Joaaa… Von der Rue Victor Hugo aus bin ich zum Place Bellecour gekommen, dem inoffiziellen (?) Zentrum der Stadt – egal, wo ich war, irgendwie bin ich doch immer wieder dort gelandet :DD

Viel zu sehen gab es auf dem Platz nicht, weil dort gerade gebaut wird – es war also eigentlich nur ein Viereck mit Straßen drum herum, mit rötlichem Sand bedeckt und einigen Baustellen mittendrin sowie den beiden Flüssen, Sâone und Rhône in Sichtweite, keine Ahnung, was sie daraus machen wollen – Potential hat es auf jeden Fall^^

Und von dort aus ging meine Oddysee los. Ich habe keine Ahnung, wo ich alles war und wo nicht, ich bin einfach los, um ein paar Eindrücke zu sammeln, was sich auch auf jeden Fall gelohnt hat. Jetzt, wo ich Lyon ein Stück besser kenne, habe ich die Idee von gestern verworfen, morgens eine neue gehabt und diese später ebenfalls verworfen :DD

Und bevor ich euch jetzt allzu viel erzähle von etwas, das ich ohnehin nicht benennen kann, lasse ich einfach mal ein paar Bilder sprechen ;)





















Irgendwann hatte ich dann doch ziemlichen Hunger, das gebe ich offen und gern zu. Habe mich dann entschieden für eine Fougasse. Hatte ich vorher auch noch nie gegessen, ich habe dann nachgefragt und es mir erklären lassen. Das ist eine Art Teigtasche, ziemlich dicker Teig, etwas dicker als Pizza, mit Füllung – auf jeden Fall Reibkäse, dann Tomaten, Fleisch, Fisch, noch mehr Käse, … Kann man sowohl warm als auch kalt essen – Pizza Calzone à la francaise ;D (entschuldigt bitte, falls es jemandem aufgefallen sein sollte, dass ich dieses: „ç“ nicht benutze – ich schreibe von meinem eigenen Laptop aus und habe keine Tastenkombi dafür, das macht das ganze ausgesprochen umständlich^^)

Kommen wir damit also zum Missverständnis des Tages: Ich esse keinen Fisch, das habt ihr ja schon mitbekommen. Was jetzt passiert ist, fand ich nicht so lustig, denn diesmal liegt das Missverständnis nicht auf meiner Seite. Eigentlich wollte ich eine Fougasse mit Tomate und Mozzarella nehmen, die hatte sie aber nicht mehr, ich hab sie also aufzählen lassen. Bei „jambon et champignons“ (Schinken und Pilze) habe ich gesagt, dass ich das nehme, bin dann losgegangen und habe mir eine Bank gesucht. Die ich dummerweise erst nach einer Viertelstunde gefunden habe.

Als ich mich dann bequem hingesetzt hatte und zum ersten Mal herzhaft in mein Fougasse gebissen habe, hätte ich es fast wieder ausgespuckt. Thunfische sind nämlich ausgesprochen hinterhältige Viecher – und manche Verkäuferinnen in Brasserien auch. Ich hatte statt dem was ich mir gewünscht hatte „thon et tomates“ (Thunfisch und Tomaten). Schaut euch meine Reaktion an – ich mag wirklich keinen Fisch. Und das Missverständnis des Tages steht damit ebenfalls fest, diesmal aber nicht von meiner Seite.

Dummerweise sind Thunfische nun wirklich keine netten Viecher. Weil ich 3 Euro nicht aus dem Fenster rausgeschmissen haben wollte, habe ich den Fisch aus der Tasche rausgelesen, was ja schon Matscherei an den Fingern war – aber der hatte es wirklich auf mich abgesehen. Eines der Stücke ist weggerutscht und mit doppeltem Salto auf meinem Rock gelandet – dem einzigen kurzen Teil, das ich mithabe. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich den rötlich-gelben Fleck entweder wegbekomme oder es bald nicht mehr ganz so sommerlich ist -.-

Gegen 1 bin ich dann doch etwas fußlahm geworden und mit der Metro (die übrigens weniger dreckig und moderner ist als die in Paris – zumindest die, mit der ich gefahren bin^^) zurück nach Perrache gefahren. Dort noch schnell Shampoo und Duschbad gekauft und was zu trinken, dann den Bus genommen. Dummerweise hat an meiner Zielhaltestelle schon das nächste Dilemma gewartet – in Form meines nicht vorhandenen Orientierungssinns. Wo kam ich also nochmal her?

Das für mich typische Glück hatte mich wieder, sodass ich die richtige Straße erst beim vierten Versuch genommen habe, sicher sehr zur Freude derer, die hinter der Bushaltestelle wohnen – die hatten wenigstens was zu lachen^^

Fazit: Ich bin glücklich hier, fühle mich wohl – und weiß für’s nächste Mal auch, wie ich heim komme :DD

Wenn sich noch etwas ergeben sollte, folgt ein weiterer Bericht natürlich später/morgen noch^^

HEL

Katha

PS: Morgen ist mein erster Arbeitstag… Ich gebe es offen zu, ich bin nervös :D

Sonntag, 2. Oktober 2011 – Motto des Tages: Bienvenue! (Willkommen!)

Sooo, zuallererst noch ein Nachtrag – ich hatte gestern kein Internet, gleich als erstes danach zu fragen erschien mir unangebracht, aber geschrieben habe ich trotzdem für euch. Ich fürchte, der Beitrag wird euch zum Lachen bringen… ^^



Bin heute in Lyon angekommen. Mehrere positive Erlebnisse.



1.: Ich habe NICHTS vergessen, wirklich gar nichts! (Super, oder? Das habe ich sonst nie geschafft :D)

2.: Meine Gastfamilie ist sowohl sympathisch als auch gesprächig. Einziger Abstrich bisher: Aline (Gastmutter) = Raucherin; aber sie geht immer auf den Balkon^^ Von den beiden bekommt ihr sicher noch einiges zu hören, sobald ich sie näher kennenlerne.

3.: (Macht euch auf einen laaaaaaaaaaangen Text gefasst xD): Daaaaaniel!!!

(Okay *hust* Ich glaube, ihr habt jetzt entweder Fragezeichen im Kopf oder brecht in Gelächter aus oder fühlt euch sehr versucht ein sehr zweideutiges „Aha?“ in den Raum zu setzen xD

Und wahrscheinlich zieht ihr alle gesammelt die Augenbrauen hoch, weil ich euch in meinem Blog damit zuspamme^^)



Aaaalso, beim Einsteigen ist mir ein echt süßer Typ aufgefallen – ein ganz winziges Stückchen kleiner als ich, blond, auf eine nicht so auffällige Art muskulös und mit tollen Augen (*_*). Wie ich nun mal so bin, hab ich mir gesagt: Okay, ein Monat Lyon, er fliegt auch hin (*hust*), wenn er den Platz neben mir hat, sprech ich ihn an.

Und tatsächlich: Er HATTE den Platz neben mir xDD Ich war erstmal ziemlich baff, das klappt bei mir eigentlich nie, ich gerate sonst gar nicht in solche Situationen^^

Um mein plötzlich in den Keller gefallenes Selbstvertrauen wieder hoch zu bekommen, musste ich ihn jetzt natürlich ansprechen. Möglichkeit eins („Hi! (Wie geht’s?)“) habe ich sofort wieder verworfen, Möglichkeit zwei habe ich auch nur für einige Sekunden in Erwägung gezogen, nachdem er seinen Tomatensaft bekommen hatte („Schmeckt das wirklich?“ -> Bitte nicht lachen, ich kann mir das wirklich nicht vorstellen^^), und dann verworfen. Möglichkeit drei hat sich erst einige Zeit später ergeben, war eigentlich auch nicht sooo toll, aber ich hatte nicht mehr viel Zeit und mit Selbstvertrauen im Keller wär ich hier gleich von Anfang an verloren gewesen. Die letzte Möglichkeit kam in Form eines Langenscheidt-Anfängerkurses Französisch (und wenn ich Anfänger sage, meine ich das auch^^ Das waren so Sachen wie „Bonjour“ und „Ca va“ :DD). Ich hab ihn dann einfach gefragt, wie es kommt, dass jemand, der so gut wie kein Französisch kann, sich mit nem Anfängerkurs ins Flugzeug setzt^^ (Ja, meine Logik wieder – nicht zu erklären aber wahr: Jemand der es kann, wäre in ner anderen Lektion, jemand der es nicht kann und als Touri kommt, hätte nichts von Langenscheidt, höchstens die Phrasen im Reiseführer^^)

Jooooooaaaaaa….. Es hat sich ein interessantes Gespräch ergeben auf dem Rest des Fluges (er dürfte so um die 20 sein, konkret haben wir nicht übers Alter geredet -> das nur so am Rande^^), in dessen Verlauf herauskam dass wir auch noch denselben Zug nehmen mussten ein Stück weiter. Unterwegs hab ich mit meinen Französischkenntnissen gepunktet, da ich im Gegensatz zu ihm mein Ticket schon hatte, er aber eigentlich noch kaufen wollte und der Automat einfach sein Geld genommen hat ohne eine Karte rauszugeben :D Das dem Schaffner zu erklären, war aber schon schwierig… ^^

Auf jeden Fall saßen wir dann halt die halbe Stunde nebeneinander (es sind mit der Zeit auch ein oder zwei… sagen wir… direktere Worte gefallen :DDD).

Und jetzt kommt der dicke, fette ABER-Teil, der mich an mir selbst im Nachhinein echt heeeeftig nervt :DDD

Ich wusste nicht ob meine Gastmutter schon da ist und hab mich hastig verabschiedet… Wir kennen die Vornamen, Ich weiß, dass er aus Schwaben kommt und ein FSJ in Mauritius machen will, er weiß, auf welche Schule ich gehe und dass ich hier IN DER BIBO arbeite – was natürlich sehr lustig ist, da es davon mehrere gibt und zumindest meine Gastmutter annimmt, dass ich eher in eine kleine Filiale gesteckt werde als in der Hauptbibliothek zu bleiben. Tja… Keine Nummern, keine E-Mail-Adressen, nichts. Er sah ja aus, als wollte er mich erst noch fragen, aber in dem Moment hab ich Idiotin das so abrupt abgebrochen -.-

Toll.

Typisch ich, ganz genial versaut, oder? :DDD



(Oh Mann, das ist ja noch länger geworden als ich befürchtet hatte :DDDD Und alles nur Gespamm…. Okay *hust* Ich glaube ich erzähle einfach mal weiter, wie der Abend so war^^)



Eigentlich sollte ich meine Gastmutter in dem Bahnhofsgebäude vor einem Laden mit dem schönen Namen „Virgin“ treffen. Nur gab es da lustigerweise kein solches Geschäft.

Ich bin 3x mit meinem knapp 20 Kilo schweren Koffer hinter mir und meinem 9,5 Kilo schweren Rucksack auf dem Rücken durch den ganzen überfüllten Bahnhof gerannt und habe NICHTS gefunden.

Letzten Endes habe ich dann eine Verkäuferin von dänischem Eis gefragt. Der Laden war ausgezogen, wie der neue hieß, weiß ich nicht mehr, aber das ist ja auch egal^^

Hach ja, manchmal ist das Leben schon lustig xD Wir haben uns dann auf jeden Fall doch noch gefunden, auch wenn sie die Massen, die in die Stadt fahren, wenn der Sommer nochmal wiederkommt (Ich konnte auch abends ohne Jacke rumlaufen, traumhaft *-*), gründlichst unterschätzt hat :DD



Zum Essen gab es nichts großes, ein paar Sachen zusammengestellt: Olivenbrot (LEEEECKER *___*), Flûte (sowas ähnliches wie Baguette, nur breiter und vollkorniger, aber immer noch hell – hab ich fast genauso oft gesehen wie Baguette und ist auch genauso lecker *_*), Melone (die orange, ich nenne lieber keinen Namen, ich schmeiß die zu gern durcheinander^^), Kääääääääääääääseeeeeeeee (liebeliebeliebeliebeliebe ihn – solang er nicht mit Schimmel ist^^), Thunfisch (Ich habe dankend verzichtet, ich mag Fisch überhaupt nicht) und den Missversteher des Tages: RATATOUILLE. Ich meine, woran denken wir bei Ratatouille? Bunt, warm, Gemüse, fast auflaufmäßig, richtig? Noch im Auto wurde ich gefragt, ob ich Ratatouille mag – und das, was ich unter dem Namen kannte, mag ich auch, also habe ich ja gesagt. Während des Essens allerdings, als Aline die Schüssel hinstellte, bemerkte ich dann: Das Ratatouille war braun, kalt und salatmäßig :DDD. Nach einigem Stottern von beiden Seiten zeigte sich dann: Ratatouille heißt eigentlich Mischgemüse jeder möglichen und unmöglichen Art, auch, wenn es kalt ist und fast nur aus Auberginen (die ich nur warm mag) besteht, dazu noch ein paar Pinienkerne, etwas Sellerie und noch etwas, das ich auf Französisch nicht verstanden habe^^ Nach dem Kosten habe ich dann dankend verzichtet, aber es war trotzdem lecker :D

Zu trinken gab es, wie in Frankreich eigentlich immer, stilles Wasser; ich vermute mal, auch die Famille de Christen ist mit Leitungswasser zufrieden^^

Den Rest des Abends habe ich mit Auspacken und dem Verfassen dieses Textes verbracht; ich habe euch ja schon gewarnt dass ich sehr ins Detail gehe ;) (auch wenn ich damit eigentlich nicht das meinte, was heute herausgekommen ist *hust*)

Also: Gute Nacht da draußen und liebe Grüße =)

Katha

PS: Hatte heute beim Anblick eines Großvaters-Vaters-Sohns Idee Nummer eins, aber ich glaube nicht, dass ich die hier umsetzen werde^^

Donnerstag, 1. September 2011

Reise Nummer eins

Ich bin ja eigentlich ein begeisterter Reisetagebuchschreiber, wenn ich denn mal irgendwo hinkomme (was leider viel zu selten passiert).
Das Problem an der Sache: Ich liebe es, auch Details bis ins kleinste auszuführen. Die Folge: Ich will soviel schreiben, dass ich es nicht schaffe.
Das osll sich nun ändern. An meiner Schule wird das mit dem Praktikum nämlich etwas anders gehandhabt als in den meisten. Ich mache es erst jetzt, heißt bei mir in der 11. statt in der 9. Klasse UND - was das wichtigste ist - ich mache es im Ausland!!!

Für mich geht es also im Oktober los, einen Monat nach Lyon/Frankreich, um dort in der Stadtbibliothek zu arbeiten.
Die Spannung steigt jetzt schon an, ich habe eine Gastmutter für den Monat (auch wenn die recht viel Geld verlangt^^) und eine Arbeitsstelle.
Mit der Gastmutter hatte ich noch keinen Kontakt. Hoffe, das folgt bald, auch wenn ich dann wohl noch nervöser werde....
Wie auch immer.

Ich freue mich auf jeden Fall schon riesig drauf und würde die Erfahrungen dieses Monats gerne mit euch da draußen teilen ;)
Wenn es denn endlich losgeht... Ist ja nur noch ein Monat, ich kann es gar nicht fassen!!!

Naja, ich könnte jetzt ewig so weitererzählen, aber das bringt weder euch noch mir was. Deshalb lass ichs erstmal und melde mich wieder sobald es wieder was wichtiges/neues gibt.

Bis dann!
Katha